Innovative Geschäftsmodelle im Internet

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Neuartige und innovative Geschäftsmodelle erobern das Internet. Ließen sich kommerzielle Webseiten vor ein paar Jahren fast ausschließlich in Online-shops und Beratungsportale unterteilen, so gibt es inzwischen etliche Seiten, die auf ausgeklügelte Geschäftsmodelle setzen.
Im Folgenden möchten wir drei innovative Geschäftsmodelle und deren Umsetzung vorstellen.

 

 

Das Dropbox-Geschäftsmodell


Alles begann mit einer Busfahrt von Dropbox-Gründer Drew Houston. Um genauer zu sein, wartete dieser auf einen Bus, als er feststellte, dass er seinen USB-Stick vergessen hatte mitzunehmen. Frustriert darüber, dass er während der anstehenden Fahrt nicht an seinem Projekt arbeiten konnte, da alle relevanten Daten auf dem Stick waren, beschloss er einen Service zu entwickeln, der es Menschen wie ihm ermöglichen sollte, immer Zugriff auf die eigenen Dateien zu haben.

Aus dieser simplen Idee entwickelte wurde Dropbox, ein Service, der heute zu den Marktführern im Bereich der Dateisynchronisation zählt. Doch wie war es möglich, dass sich Dropbox gegen eine starke Konkurrenz ( GoDaddy, Box.net, Xdrive – um nur ein paar zu nennen) durchsetzen konnte?
Ein großer Erfolgsfaktor war sicherlich die innovative Idee, dass die Daten nicht ausschließlich online gespeichert werden, sondern auch auf dem PC/Laptop/Smartphone selbst. Das macht den Benutzer nicht abhängig von einer stehenden Internetverbindung, sondern erlaubt es ihm die Dateien auch offline verwenden zu können.
Eine sicherlich mindestens ebenso große Rolle für den Erfolg von Dropbox spielte die Vermarktung. In diesem Zusammenhang ist das ausgetüftelte Freemium-Modell zu nennen: Grundsätzlich ist Dropbox kostenlos. Zusätzlicher Speicherplatz muss im Rahmen eines Premium-Accounts monatlich bezahlt werden.


Als anderer wichtiger Aspekt der Vermarktung ist die Neukundenakquise zu nennen: Hier setzte Dropbox von Anfang an stark auf eine virale Marketingkomponente: Benutzer werden mit weiterem Speicherplatz belohnt, wenn Sie andere Benutzer werben.

Wenn man das Geschäftsmodell von Dropbox beschreiben möchte, kommt man nicht umhin einen letzten entscheidenden Punkt zu nennen: Die Kundennähe. Sowohl in technischen Fragen, als auch in Fragen der Preissetzung und allgemeiner der Vermarktung, Dropbox als Firma zeichnet sich besonders dadurch aus, dass sie enormen Auffand dahinein stecken, ihre Anwender zu verstehen und deren Bedürfnisse möglichst gut zu Befriedigen.

Fazit

Selbst eine nicht ganz neue Geschäftsidee kann in einem Markt, auf dem bereits Konkurrenten unterwegs sind, erfolgreich sein, wenn sie professionell umgesetzt wird. Im Falle von Dropbox war aussschlaggebender Erfolgsfaktor die Nähe zum Kunden bzw. Anwender, die es erlaubte sowohl technisch, als auch was das Marketing anbelangt schnell die Nase vorn zu haben.

audibene – Hörgeräte online kaufen

Hinter dem Namen audibene verbirgt sich eine junge Firma, die es sich zum Ziel gesetzt hat, den Markt für Hörgeräte, ordentlich aufzumischen. Das interessante am Geschäftsmodell von audibene ist, dass das Produkt Hörgerät nicht in einem plumpen Online-shop angeboten wird. Stattdessen übernehmen die ausgebildeten Hörgerätakustiker von audibene die Erstberatng per Chat und Telefon.
Im Anschluss wird der Kunde an einen Partnerakusitker vor Ort überführt. Dieser indirekte Verkaufsansatz rührt nicht zuletzt aus den technischen Eigenheiten der Hörgeräte her: Diese müssen vorm Gebrauch individuell auf den Benutzer angepasst werden, was am Ende des Tages nur mittels einer persönlichen Betreuung zu erreichen ist.
Von der Zusammenarbeit mit audibene profitieren diese Partnerakustiker gleich in zweierlei Hinsicht:
Zum einen übernimmt audibene für sie die Werbung und die Kundenakquise. Als überregional tätiges Unternehmen mit einem hohen Knowhow im Bereich des Online Marketing ist audibene in der Lage effizient im Internet zu werben. Hierzu ist der einzelne Hörgeräteakustiker in der Regel nicht im Stande und würde dadurch potentielle Kunden an die großen Ketten wie geers, kind oder Fielmann verlieren.
Der andere Vorteil, den das Geschäftsmodell von audibene seinen Partnerakustikern und nicht zuletzt den Kunden bietet, sind die niedrigen Preise: Durch höhere Bestellvolumina kann audibene im Einkauf die Hörgeräte deutlich günstiger erwerben, als der einzelne Hörgerätakustiker. Dieser Preisvorteil ist mit dafür verantwortlich, dass sich das Geschäftsmodell auf dem Markt etabliert hat und sich auch durchzusetzen scheint.

Fassen wir noch einmal zusammen: Die Kundenakquise findet über das Internet statt, wobei das Unternehmen Online Marketing als Kernkompetenz auffasst. Die Anpassung der Hörgeräte wird vor Ort von Partnern durchgeführt, die ihrerseits von einer Zusammenarbeit mit audibene profitieren.
Man könnte auch folgendes Fazit ziehen: Manchmal scheint ein Onlineshop die naheliegendste aber mitunter nicht die ideale Lösung zu sein, um ein Produk über das Internet zu verkaufen.

Along came Webvan


Die Idee hinter Webvan klingt so einfach wie genial: Kunden können Ihre alltäglichen (Lebensmittel-)Einkäufe online tätigen und bekommen diese innerhalb von 30 Minuten nachhause geliefert.
Gegründet in Foster City nahe dem legendären Silicon Valey, wuchs Webvan rasch und expandierte in über zehn Großstädte an der US-amerikanischen Westküste.
Liest man diese simple Idee, fragt man sich, warum da niemand früher auf die Idee gekommen ist, tägliche Einkäufe ins Internet zu verlagern.

Webvan – the true story

Haben Sie es gemerkt? Wir haben Sie etwas hinter’s Licht geführt: Die Webvan ist keine Firma unserer Tage (auch wenn es sie als Teil des Amazon-Konzerns heute noch gibt): Sie wurde Anfang der Neunziger Jahre gegründet.

Eine geniales Geschäftskonzept – oder? Um es kurz zu machen: Webvan ging mit Pauken und Trompeten unter, musste Insolvenz anmelden und gilt darüber hinaus als einer der Auslöser der Dotcom-Blase zu Beginn der Jahrtausendwende.
Wie konnte es so weit kommen? Die Antwort lässt sich leicht zusammenfassen: Zum einen verursacht die Lagerhaltung von verderblichen Gütern einen enorm hohen logistischen Aufwand. Ein noch eindeutigerer Grund für das Versagen von Webvan war allerdings die fehlende Nachfrage. Man darf nicht vergessen, wir reden hier von den Neunzigern! Breitband-Internet geschweige denn mobiles Internet gabe es noch nicht. Außerdem war das Surf- und E-Commerce-Verhalten der Verbraucher ein völlig anderes.

Was lernen wir aus Webvan

Auch eine geniale Idee braucht ihren Markt! Sicherlich könnte man sich vorstellen, dass das Geschäftskonzept von Webvan heute funktionieren könnte – zu seiner Zeit war der Markt aber offensichtlich nicht bereit dazu.

Zusammenfassung

Wir haben in diesem Artikel drei sehr unterschiedliche Internet-basierte Geschäftsmodelle untersucht. Manche mögen auf Sie (wie auch auf uns) auf den erfolgversrpechender gewirkt haben als andere. Aber Stimmt diese Vermutung auch mit der Realität überein? Nicht zwangsläufig.
Die Geschäftsidee ist wohl die eine Sache. Der angezielte Markt oder noch genauer die Zahlungsbereitschaft der Kunden ist eine andere.
Nur „am Geruch“ kann man unmöglich sagen, ob einer Geschäftsidee Erfolg beschieden sein wird.




Bilder:

      Titelbild: Businessman And Dollar Sign – Feelart /

FreeDigitalPhotos.net

  • Webvan-truck: Mark Coggins – wikipedia.org
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